Montag, 14. Mai 2012

Following the Summer part 3

the roadtrip can start
Wir sitzen im Flieger nach Russland und lassen unsere Eindrücke unseres dreieinhalbmonatigen Aufenthalts in Neuseeland Revue passieren. Zu unserem eigenen Erstaunen fanden wir an den westlichen, uns vertrauten Standards, die wir in Neuseeland vorfanden, erst mal Gefallen.  Sie erleichterten uns – im Gegensatz zu den uns fremd und chaotisch anmutenden Strukturen und Kulturen Nepals und Indonesiens – uns zurechtzufinden und zu organisieren: eine Sprache, die wir verstehen und lesen konnten, Informationen leicht zu bekommen, die Straßen frei von Muell – sogar der gereglete Verkehr ließ uns aufatmen und die Leuchtreklamen waren unsre Orientierungshilfe. Wir genossen das Gefühl, uns auf `sicherem, zumindest vertrautem Territorium´ zu befinden, gaben un seine Weile der Entspannung hin, um uns unserer langen “To do List” anzunehmen:, Wo sollen wir anfangen?, lautete die Frage, als wir durch Christchurch fuhren. Als Erstes checkten wir uns einen Van. Wir waren erstaunt, wie einfach es war, ein Auto zu kaufen und zu registrieren.
Shotover, close to Queenstown
Ein Gang zur Post genügte. Wir rüsteten unseren Superflitzer noch auf campingtauglich, nach drei Tagen in Christchurch ging`s “on the Road”. Laute Musik ertoent aus den Lautsprechern, die Fenster sind weit offen und der Wind zaust durch die Haare. Die Unabhaengigkeit auf vier Raedern laesst unseren Erkundungsdrang aufleben, ein angenehmes Kribbeln beginnt in der Magengrube und macht sich breit. Das sonnige, erwartungsfrohe Lächeln Svetlanas bestätigt mir, dass es ihr geht wie mir. Spannung liegt in der Luft: Ist Neuseeland wirklich so einzigartig, wie wir gehört, gelesen haben? Werden wir die dreieinhalb Monate ohne Autopanne ueberleben? Unser Roadtrip startete in Richtung “Milford Sound”.  Auf dem Weg dorthin konnten wir unsere Kayaks im Ragitatta, Shotover, Kawarau zu Wasser lassen. In Milford Sound begruesste uns winterliches Wetter, die Bergspitzen waren bedeckt mit Schnee, kalter Wind blies und machte das Kochen unter dem Tarp nicht angenehmer. “Ist das der neuseelaendische Sommer?”. Das kalte Wetter hielt nicht lange an. Am naechsten Tag lachte hinter den Bergspitzen die Sonne, Milford Sound erstrahlte in ganzer Pracht. Wir nutzen das Wetter zum Erkunden der Fijorde. Die Berge wachsen direkt aus dem Meer, sind bis zu 1200 Meter hoch, die schneebedeckten Spitzen gleißten im Sonnenlicht. Wir ließen unsere Kajaks zu Wasser und kurvten im Meer zwischen den Bergen. Der Anblick war atemberaubend ungewohnt, wie die Berge direkt aus den Wassern ragen und enorm hohe Wasserfälle straight away ins Meer stürzen.

Milfordsound 
so cute
Wir paddelten eine Armlaenge von Seehunden entfernt, weshalb es uns vergönnt war, verschiedenste, uns unbekannte Fische und Vögel zu beobachten. Nach diesem Ausritt erkundeten wir die Wildwasser der Umgebung. Die Wasserstaende der Fluesse erwiesen sich jedoch als zu niedrig. Wir entschieden uns einige Wanderungen zu unternehmen. Es war ein mega Erlebins die Schoenheiten von Milfordsound von oben zu betrachten und weitere einzigartige Plaetze zu erkunden. Die naechsten Abenteuer erwarteten uns in der der Bullerregion. Der Buller mit seinen Nebenflüssen bot uns fuer eine Woche Wildwasser vom Feinsten. Der Buller selbst ueberschreitet den dritten Schwierigkeitsgrad kaum, aber bei den Mauriafalls und Nebenflüssen schnellte unser Adrenalinspiegel in die Höhe.

Maruia Falls

somewhere over the rainbow ...
Das Highlight auf der Südinsel Neuseelands erlebten wir in der Karamearegion. Karamea liegt am noerdlichen Strassenende der Westkueste und zählt 500 Einwohner. Auf dem Weg nach Karamea hatten wir extremes Glueck, der Waimangaroa fuehrte Wasser. Als einzige Information im Guidebuch über diesen Fluss fanden wir ein Strichmaennchesymbol mit einem Boot am Ruecken. Somit trugen wir die Boote den Flussverlauf so weit hinauf wie möglich, und genossen Wildwasser 4ten Grades. In Karamea angekommen, waren wir guter Dinge, dass die Wasserstaende in den naechsten Tagen perfekt sein wuerden. Es hatte die letzten Tage stark geregnet, die Fluesse fuehrten alle Hochwasser; zudem sollte es sonnig werden, was perfekt fallende Wasserstaende sowohl für den Oparara als auch den Karamea versprach. Bis es so weit war, erkundeten wir die Tracks der Umgebung. Die Mischwälder aus Palmen, Laubbäumen und gruenem Moos faszinierten uns.

Karamea, the forest of myths 

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The light in the end of the tunnel
 Die meisten Wanderwege ziehen sich durch das Opararatal. Der Oparara fuehrt teebraunes Wasser, das in Kongruenz zu den saftig gruenen Bäumen und Palmen eine wundervolle Farbharmonie ergibt. Wir entdeckten bezaubernde Orte: mehrere natuerliche Tunnel, die der Oparara durchfliesst, mächtige Stalaktiten, bisweilen absolute Dunkelheit in diversen Höhlen… , .. Dank der guenstigen Wetterlage manövrierten wir schon am naechsten Tag unsere Boote auf dem braunen Wildwasser unter den wehrhaften Stalaktiten durch die Tunnel. Der erste Kilometer liess uns die Schoenheit und Einzigartikeit des Flusses geniessen, bevor es in den steilen herausfordernden Teil ueberging. Es folgte eine knackige Schlucht, in der es galt, viele Holzblockaden zu umgehen. Das Umtragen erforderte viel Kletterei und Seilarbeit, der Aufwand war es jedoch Wert. Die mythische Landschaft verleitete uns zu dem Gedanken, dass wir im nächsten Kehrwasser einem Hobbit begegnen würden. Am ersten Tag waren wir ziemlich spät gestartet, weshalb wir unsere Fahrt ab der Hälfte abbrechen und drei Stunden in der Dunkelheit zu unserem Auto auf einem Weg nahe am Fluss zurückwandern mussten. Die Boote ließen wir im Wald zurück. Am naechsten Tag shuttelten wir unser Auto zum Ausstieg und wanderten von dort zu unseren Kajaks. So ersparten wir uns das Autoumstellen und konnten den gesamten Oparara-valley-track bewandern. Der zweite Tag bescherte uns steileres Gefälle und mehr Widwasser , welch ein Traum! - unterbrochen allerdings immer wieder von weiteren Baumverhauen. Nach diesen einzigartigen zwei Tagen war wir bereit fuer mehr.

one of the most beautiful place

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scouting the gorge

its gorges

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flying to the karamea
Wir studierten die Wasserstaende der Gegend. Der Karamea hatte mit ca. 50 Kubik einen perfekten Wasserstand. Wir organisierten das Essen fuer drei Tage und einen Hubschrauber, der uns zum Einstieg flog. Die ersten beiden Tage paddelten wir gemuetliches Wildwasser im dritten Grad.  Zu unserem Gluck trafen wir an der Roaring Lion Huette zwei Fischer, die uns ein braechtiges Abendessen angelten bevor sie die Huette verliesen.  Der letzte Tag sollte der laengste und auch der schwierigste werden. JAWOHL, die Wirklichkeit bestätigte, was das Guidebuch versprach: Ueber Nacht stieg der Wasserstand um das achtfache auf 400Kubik und wir hatten uns mit gewaltigen Wuchtwassern zu arrangieren – ganz nach der Devise, nicht gegen das Wasser zu kämpfen, ABER, mit ihm zu fahren! Das ist die Ekstase des Wildwasserfahrens, mit Einsatz aller Kräfte, sich in Demut hinzugeben!!! . Der erste Katarakt, der normalerweise mit hausgroßen Steinen durchsetzt ist, war voellig ueberflutet und unfahrbar. Ein Umtragen von eineinhalb Stunden blieb uns nicht erspart. Die restlichen 20km waren durchsetzt vonautobusgroßen Walzen und Wellen. Wo laut Beschreibung Flachwasser sein sollte, bildeten und brachen sich unregelmaessig riesige Wellen. Ein Besichtigen bei den grossen Katarakten war schwierig, da fast keine Kehrwasser vorhanden waren und ein Anhalten fast unmoeglich war. Einmal angehalten, stellte sich die Besichtigung selbst auch als nicht einfach heraus, weil die Katarakte lang und uebersichtlich waren. Jedoch meisterten wir alle Walzenslaloms zu unserer Zufriedenheit. Zur Mittagstunde erreichten wir bereits den Ausstieg.
barbecue at the put in

sandflies, so nice ...

what a nice dinner
Als Ausklang von der Karameargion unternahmen wir eine zweitaegige Wanderung am Heaphytrack. Der Heaphytrack zaehlt zu den Greatwalks in Neuseeland und fuehrt am Strand des tasmanischen Meers entlang.
heaphytrack
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Nach dieser anstrengenden Woche machten wir uns auf den Weg in Richtung Queenstown, um beim Citroen-extreme-race teilzunehem. Ich schaffte es in die Top Zehn! Olala!
Sveta, in the Citroen rapid

it was a nice battle

on the way to the top ten
Der Weg zur Nordinsel entlang der Ostkueste bot uns noch einige Vergnügungen: Wir befuhren noch einige Fluesse , beobachteten Yelloweyed Pinguins , schwammen im pazifischen Ozean und bewanderten einige Tracks. Von unseren Nordinselerlebnissen berichten wir euch das nächste Mal. So long!

Montag, 23. April 2012

Following The Summer part 2 Sumatra

 
Die Tuere geht auf, die Luft von außen vermischt sich mit der Luft des Flugzeuges, die Haut belegt sich in Sekundenschnelle mit Schweiß, die Kleider kleben am Koerper. Wir, meine Frau Svetana und ich, sind definitv in Sumatra gelandet.
Sumatra ist die westlichste Insel Indonesiens und liegt nahe am Äquator.
In Medan trafen wir uns mit Halim. Er kommt urspruenglich aus Deutschland, lebt aber schon viele Jahre in Sumatra und half uns beim Organisieren unserer Kayaktrips. In Brastagi erholten wir uns von der Anreise. Wir bestiegen den noch aktiven Vulkan Sibyak und schlugen uns mit Fruechten den Bauch voll. Die Auswahl an Fruechten ist enorm. Man kann fast jede exotische Frucht bekommen, die man kennt oder auch nicht. Am Abend verwandelten sich die Straßen von Brastagi in eine kulinarische Hochburg. Es wurden Essensstaende aufgestellt, an denen Fisch, Fleisch und extrem sueße Backwaren zubereitet wurden. Wir fuehlten uns wie im siebten Himmel.
Nach den himmlischen Tagen in Brastagi ging es fuer uns das erste Mal auf das Wasser. Am Programm stand der Fluss Wampuu. Um diesen zu erreichen mussten wir ans Ende einer Strasse fahren um anschliessend den Weg durch einen steilen, rutschigen und dichten Regenwald zu finden. Zum Glueck waren die Einheimischen von ??? sehr hilfsbereit und halfen uns dabei.  Am Einstieg angekommen schlugen Sie uns mit ihren Macheten einen schoenen Schlafplatz ins Gebuesch. Die Effizienz einer Machete ist erstaunlich. Die Dimensionen der Gewaechse sind riesig. Die Baeume haben Umfaenge wie Brueckenpfeiler und sind so hoch, dass wir die Wipfel nur erahnen konnten, die Blaetter sind groß wie A4. Als sich der Tag zur Nacht wandelte, fing der Wald an zu leben. Tiere kommunizierten, Baeume bogen sich im Wind und der Fluss rauschte im Hintergrund, es war ein bisschen unheimlich.
Am naechsten Morgen machten wir uns auf zum Wasserfall. Der Weg dorthin war nicht einfach. Wir mussten uns weiterhin durch den Urwald schlagen, manchmal mussten wir sogar im Flussbett unsere Schritte auf den rutschigen Steinen setzen und durstige Blutegel saugten sich an unsere Beine. Nach einer Stunde erreichten wir den Wasserfall und all die Strapzen waren vergessen. Der gesamte Fluss stuerzt ca. 30m in die Tiefe, der Pool ist riesig und wird begrenzt von steilen Felswaenden, die mit Moos bewachsen sind, die Gischt reflektierte die Sonne in alle Richtungen und zauberte Farben in die Luft, es ist ein magischer Platz.
Das Wissen, dass an dieser Stelle ein Staudamm gebaut werden soll und, dass wir vielleicht zu den letzten Paddlern zählen, die sich von der  Magie verzaubern lassen können, machte uns die Einzigartigkeit dieses Erlebnisses bewusst mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Mit Ausdauer und Konzentration beobachteten wir die stürzenden Wasser, legten im Geiste fahrbare Routen an und zerstreuten im Gespräch unsere Zweifel über die Befahrbarkeit des Wasserfalls. Eine Befahrung ist aufwändig und benoetigt ein groeßeres Team, weil der Zustieg ueber die steilen unmoeglich ist und eine Befahrung durch die oberhalb liegende Schlucht eine expedition fuer sich ist.
Nach dem wunderschoenen Morgen starteten wir unsere Flussfahrt. Das Wildwasser wies mit viel Wasser den dritten Schwierigkeitsgrad auf, am Ufer gesäumt von einer Vielfalt von Gewächsen, außerdem erspähten wir unterschiedlichste Tiere, zum Beispiel Iguans, Affen, und sonderbare Voegel. Die Umgebung des Wampoo übertrumpft den Abenteuerfaktor von so manchem Fluss im hoechsten Schwierigkeitsgrad.
Unser zweites Camp schlugen wir neben einer verlassenen Fischerhuette auf, in der wir eine Angel mit Haken gefunden hatten. Also versuchten wir unser Glueck! Leider blieben wir ohne Erfolg und griffen auf unsere koestlichen Instantnudeln zurueck. Zu spaeter Stunde mussten wir die Fischerhuette als Unterschlupf gegen den Regen nutzen.
Der zweite Tag fuehrte uns vom wilden Dschungel zurueck in die Zivilisation. Nach den drei Tagen in Abgeschiedenheit hat es uns nach Bukeht Lavang gezogen. Wir beobachteten Orang Utans in freier Wildbahn.. Im …. Nationalpark werden Orang Utans in die Natur reintegriert. Die Orang Utans  sind der Wahnsinn! Die riesigen Affen hangeln sich mit ihren enorm langen Armen von Baum zu Baum, als waere es das leichteste der Welt. Bei genauerem Hinnsehen kann man sogar die Aehnlichkeit zum Menschen erkennen. Die Orang Utans sind von der gesamten Tierwelt dem menschlichen Erbgut am naechsten.
Von nun an sollte uns der Weg zum Asahan fuehren. Wir mieteten uns ein Transportmitel fuer die naechsten Tage, dabei staunten wir nicht schlecht, als ploetzlich ein LKW vor der Tuer stand. Somit ging es mit ueberdimensionerten Shuttelfahrzeug in Richtung Asahan. Nach der neunstuendigen Fahrt erreichten wir Parithehan. In dem kleinen Dorf quartierten wir uns bei John und seiner Familie ein. John betreibt das einzige “Hotel” in einem Umkreis von 100km. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, folgten wir den magischen Rufen des Wassers..
Wir paddelten als Warm-up den Hula-Huli, dieser Abschnitt ist Funboating pur: eine Stunde durchgehend Wavetrains, Surfwellen, kraeftige Kehrwasser und nicht zu vergessen: warmes! Wasser. Die Wassertempeatur liegt bei ca. 20 Grad, daher benoetigten wir keine laestigen Paddleklamotten. Spritzdecke, Helm und Schwimmweste genügten. Diesen Fluss an meinen Geburtstag zu paddeln, war das beste Geschenk aller Zeiten. Wir nutzten diesen Flussabschnitt jeden Tag als Gutenmorgenrun.
Am naechsten Tag nahmen wir den Honeymooncanyon  in Angriff. Am Einstieg stürzten wir uns am Blackriver, einem Seitenbach des Asahans, von einer ca. drei Meter hohe Stufe, um dann in den Asahan zu treiben. Es war ein, im wahrsten Sinne des Wortes, Bombengefuehl, die Kraft und Wucht des Asahans auf unseren Paddelblaettern zu spueren. Diese Strecke sollte fuer uns mit Abstand die landschaftlich schoenste vom Asahan werden. In den engen Schluchten genossen wir die Abgeschiedenheit, Wildnis, Exotik und Einzigartigkeit in vollen Zuegen. Die Schwierigkeiten ueberschritten den dritten Grad nur einmal bei einem Mustrun, der unmöglich umtragen werden konnte. Der Honeymoonhorror ist eine wuchtige 4er Stelle. Sie ist nicht schwer jedoch riesig, somit kamen wir wildwassertechnisch auch noch auf unsere Kosten.
Am Abend erhielten wir die Botschaft, dass uns unser Fahrer plus Fharzeug am naechsten Abend verlassen muss. Anfangs wussten wir nicht, was wir machen sollten. Sollten wir unseren Asahantrip abbrechen oder sollten wir uns um eine Alternative umsehen? Auf Grund der Tatsache, dass wir noch nicht alle Abschnitte des Asahans gepaddelt waren, versuchten wir mit der Hilfe von John und Sharul eine Loesung zu finden - ohne Erfolg.
Der naechste Tag sollte uns diese Sorgen vergessen lassen. Wir ließen uns morgens bis zum Auslass des Stromkraftwerkes “Asahan 2” shutteln. Von dort starteten wir mit “Neverending”. Neverending ist vergleichbar mit Itanda am Weißen Nil, nur 4 Kilometer lang und im Creekboot. An der ersten Kurve wartete die groeßte Herausforderung auf uns, das “Rabbithole”: eine sehr schnelle und wuchtige Stromschnelle, die einige Mustmoves fordert, gefolgt von wuchtigem Wildwasser im vierten Grad ohne Pause. Wuchtwasser pur! Scouten war nur auf den Wellenbergen moeglich, schnelles Reagieren ein Muss, gutes Kanten, um auf der Spur zu bleiben, kraftsparend, kraeftige Boofs sorgten für Fun und das Ganze im Blue-Angel-Style (Einer direkt hinter dem Anderem). Der Ritt ließ uns ganz schoen außer Atem kommen und klang im darauffolgenden Hula-Huli Run perfekt aus..
Am Ausstieg wartete unser Shuttelfahrer schon auf uns. Sein Anblick erinnerte uns daran, dass das unsere letzte Fahrt am Asahan gewesen sein soll!  Das war so gar nicht in unserem Sinne!. Wir ließen unseren Fahrer alleine von Paritehan abreisen. Wir beabsichtigten, unsere Paddeltrips mittels Autostop zu organisieren. Angesichts unseres Gepaecks samt Boote und Paddel, mit dem wir irgendwie nach Medan zurük gelangen sollten, zweifelten wir an unserer Entscheidung. Autostop funktionierte anfangs auch nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Loesung fuer unser Problem war “Boda-Boda”. Boda-Bodas sind Motorradtaxis in Uganda, die die Kundschaften samt Booten zum Fluss oder zurueck transportieren. Dies sollte doch auch in Indonesien moeglich sein!!! Wir versuchten, Shahrul von unsrer Idee zu ueberzeugen. Nach einigen Erklaerungen und einer kurzen Testfahrt ließ er sich auf das Ungewisse ein. Er war erstaunt, wie gut es funktionierte.
Nach der Flussfahrt versuchten wir es erneut mit Autostop. Dieses Mal hatten wir mehr Glueck und konnten nach wenigen Minuten einen Pick-up stoppen. In Kombination mit Boda-Boda und Autostop konnten wir alle Flussabschnitte des oefteren paddeln. Ingesamt verbrachten wir sieben Tage im Asahantal.
Die Rueckreise nach Medan viel uns schwer. Wir organisierten sie uns mit oeffentlichen Verkehrsmitteln. Abgesehen von einem kleinen Aufpreis fuer unsere Kajaks gab es keine Problem. Die Preise fuer die Busse sind sehr gering, fuer umgerechnete sechs Euro wurden wir nach einer achtstuendige Busfaht auch noch zur gewuenschten Adresse in Medan gebracht.
Während einer kurzen Unterbrechung auf dem Weg nach Medan erholten wir uns von einer Woche Paddeln am Lake Toba, dem groeßte Kratersee der Welt, der den Asahan mit dem herrlich warmen Wasser speist.
In Medan trafen wir uns wieder mit Halim, bei dem wir auch netterweise einen Teil unseres Gepaecks fuer die restlichen Tage in Sumatra unterstellen konnten.
Die letzten Tage entspannten wir uns auf der verschlafenen Insel Pulau Weh. Zur Abwechslung steckten wir die Koepfe mal unter Wasser und beobachteten eine faszinierende Unterwasserwelt. Am Silvesterabend 2011, bei glutrot untergehender Sonne, reisten wir plaudernd durch das Jahr 2011, zufrieden und dankbar mit unserer Ernte an Abenteuern, Eindrücken und Begegnungen! Das Jahr darauf, also am nächsten Tag, brachen wir zu unserem nächsten großen Reiseziel „Neuseeland“ auf. Von den dortigen Erlebnissen wirst du in unserem folgenden Reisebericht lesen.

Sonntag, 19. Februar 2012

boundless: Rio Futaleufu y un poco Argentina

boundless: Rio Futaleufu y un poco Argentina: "Buenas dias en Argentina!", that's what they should have said at the border. Instead the took a furious look us - 4 dirtback kayakers. ...

Montag, 13. Februar 2012

Chile Teil 3: Rio Futaleufu und Rio Baker


Kurz vor Weihnachten war es endlich soweit. Paul, Daniel, Michael und ich fuhren Richtung Süden zum Rio Futaleufu. Als es auf den letzten 150 km vor unserem Ziel allerdings anfing zu schneien, zweifelten wir kurzzeitig an unserer Entscheidung, die Weihnachtsfeiertage abseits des Party-Rummels von Pucon verbringen zu wollen. Jedoch mit einem ordentlichen Feuer in einer der extra dafür vorgesehen Quincho Hütten am Cara del Indio Camp ließ es sich ganz gut aushalten.

Nachdem aber zwei Tage später ein Wetterumschwung 30 Grad und Sonne pur brachte, war uns klar wieder einmal alles richtig gemacht zu haben. Denn wer startet seinen Heiligabend schon mit einem Weihnachtsbrunch in der Sonne, gefolgt von einem ausgiebigen Paddeltrip auf dem Futaleufu - der Traumfluss eines jeden Wildwasserpaddlers - gefolgt von einem chilenischen Assado als Festtagsbraten?


So verbrachten wir eine gute Woche am Futa. Feinstes Sommerwetter und ein, im Zweitagesrhythmus wechselndes Programm, zwischen Top-to-Bottom und Puente - El Macal bestimmten unseren Jahresabschluss.

Einzige Ausnahme war unser Trip nach Chaiten. Der Urlaub von Paul und Daniel neigte sich nämlich langsam dem Ende zu und so beschlossen wir, die beiden zum Bus nach Chaiten zu fahren und auf dem Weg noch den Michimahuida zu paddeln. Nach zwei Stunden Schotterpiste waren wir endlich am Einstieg und ein weiterer traumhafter Paddeltag begann.

Bei perfektem Pegel und Wetter war der Sonnenbrand auf unserer sieben stündigen Tour schon vorprogrammiert. Unterbrochen wurde der grandiose Tag nur durch einen Riss in Daniels Boot, was am Michimahuida so ziemlich den "Worst Case" darstellt. Der Fluss schlängelt sich, abgesehen von Ein- und Ausstieg und einer weiteren Stelle kurz nach dem Einstieg, fernab jeglicher Zivilisation durch die Wildnis. Ein Fahrt-Abbruch war also nicht möglich und so wurde das Boot mit Feuerzeug und Klebeband fachmännisch vor Ort geflickt. Die Qualitätsarbeit hielt erfreulicherweise bis zur Ausstiegs-Brücke, die wir am Abend müde aber glücklich erreichten. So konnten wir unsere Heimfahrer am nächsten Tag pünktlich in Chaiten in den Bus setzten.


Nun, nur noch zu zweit unterwegs, ging´s zurück zum Futa um dort letzte Big-water skills zu testen und vor allem um eine Crew für die Fahrt zum Rio Baker zu finden. Beides war schnell erledigt und so starteten wir mit Gabriel aus Canada, Jean aus Frankreich, Aniol aus Spanien und dem Basken Gael mit seiner norwegischen Freundin Netta mit zwei Autos und gut gelaunt in Richtung Süden. Erster Stopp sollte der Rio Ventisquiero sein. Dieser wurde dann aber schnell wegen zu wenig Wasser passiert - zumindest von unserem Auto. Das Auto der französisch-spanischen Crew wollte keinen Meter mehr weiter fahren und so trennten sich unsere Wege schon am ersten Tag unseres Trips wieder.

Am Nachmittag des nächsten Tages, nach einer wunderschönen Fahrt entlang des Lago General Carrera kamen wir am Rio Baker an. Wir nutzten den Rest des Tages um die ersten Rapids zu scouten, einen super Campingplatz nur zwei Kilometer oberhalb des Salto de Neff zu finden und uns seelisch und moralische auf das am nächsten Tag vor uns liegende Wuchtwasser vorzubereiten.

Der ein oder andere passte sogar seinen Gesichtshaarwuchs dem Flusscharakter an – einfach nur schön.

Am nächsten Morgen war es dann endlich soweit - Gabriel, Michael und ich starteten voller Tatendrang zu unserer ersten gemeinsamen Paddeltour auf dem Baker. Nachdem am ersten Rapid, bedingt durch das "wenige" Wasser, nur noch die ganz linke "Creek-Line" in Frage kam, fingen die beiden Jungs schon langsam an die angebliche Wucht des Bakers in Frage zu stellen. Doch als ich mich nur wenige hundert Meter weiter am Ende des S-Rapids nach den zweien umschaute, waren beide wild schaufelnd und rollend damit beschäftigt sich von den Canyon-Wänden weg zu arbeiten. Grinsend empfing ich die beiden im Kehrwasser, die mir von da an glaubten, dass die Wellen, Walzen und Whirlpools doch größer sind als sie von oben aussehen.


Wir verbrachten vier wunderschöne Tage am Baker bevor wir uns langsam wieder auf den Rückweg Richtung Futa, Pucon, Santiago und nach Hause machten.


Bei der Abreise erzählte uns Hector, unser Campingplatz-Wirt, dass die Bauarbeiten für den Staudamm am Rio Baker 2014 starten werden. Wir müssen also schnellstens wieder kommen - Bis zum nächsten Jahr Rio Baker!